Clutchmeter

Wie der Score entsteht

Clutchmeter beantwortet eine einzige Frage: Welches Spiel der vergangenen Nacht lohnt sich, wenn du Zeit für eines hast? Dafür bekommt jedes Spiel eine Zahl zwischen 0 und 100. Diese Seite erklärt, woraus sie entsteht – vollständig, mit den tatsächlichen Schwellenwerten. Der Quelltext ist ohnehin öffentlich; dann erklären wir es lieber selbst.

Die Grundidee

Ein Spiel kann aus verschiedenen Gründen sehenswert sein. Zwei Spitzenteams treffen aufeinander. Ein Superstar ist in Form. Jemand legt eine Nacht hin, über die man noch Jahre spricht. Oder es war einfach bis zur letzten Sekunde eng. Diese Gründe sind unabhängig voneinander, deshalb werden sie getrennt bewertet.

Jede der fünf Kategorien liefert 0 bis 100. Der Gesamtscore ist ihr gewichteter Mittelwert. Die Gewichtung stellst du selbst ein – was dich langweilt, drehst du auf null, und die Kategorie fällt aus Zähler und Nenner heraus. Sie verzerrt den Rest also nicht.

Gerechnet wird der Gesamtscore in deinem Browser, nicht auf dem Server. Deshalb wirken die Regler ohne Nachladen, und deshalb bekommen alle Leser dieselbe zwischengespeicherte Antwort, egal wie sie gewichten.

1 · Teamqualität

Wie stark sind die beiden Mannschaften? Pro Team zu 50 % aus der Siegquote, zu 30 % aus den letzten zehn Spielen, zu 20 % aus der Punktedifferenz je Spiel. Eine Differenz von 12 Punkten je Spiel zählt dabei als Höchstwert.

Aus den beiden Teamwerten wird nicht einfach der Mittelwert. Er geht zu 60 % ein, zu 40 % der schwächere der beiden. Ein Spitzenteam gegen das Schlusslicht soll nicht so gut dastehen wie zwei starke Mannschaften.

In den ersten zehn Spielen einer Saison ist die Siegquote Rauschen – nach drei Spielen steht ein Team entweder bei 100 % oder bei 0 %. Solange gewichtet die Bewertung stärker einen Vorwert. Wir haben derzeit keine Vorsaison-Stärke in der Datenbank, deshalb ist dieser Vorwert der Liga-Durchschnitt. Das heißt: Am Saisonanfang liegt diese Kategorie bei allen Spielen nahe 50 und unterscheidet wenig.

2 · Stars

Nicht wie viel Starpower im Kader steht, sondern wie viel davon wirklich gespielt hat. Ein ruhender Superstar macht kein Spiel sehenswert.

Jeder bewertete Spieler hat eine Stufe: 1 für Superstars (Faktor 1,0), 2 für All-Star-Niveau (0,6), 3 für bekannte Namen (0,3). Ab 28 gespielten Minuten zählt ein Spieler voll, darunter anteilig.

Der Nenner sind die besten sechs Spieler beider Kader zusammen. Die Kategorie beantwortet damit: Wie viel der verfügbaren Starpower stand tatsächlich auf dem Feld? Ein wichtiger Nebeneffekt: Wenn alle fit sind, liegt der Wert nahe 100 – die Kategorie unterscheidet Spiele also vor allem dann, wenn jemand fehlt.

Die Stufenliste wird von Hand gepflegt und ist derzeit ein automatischer Vorschlag aus einem Rückblick auf die Vorsaison, noch ungeprüft. Wie viele Einträge geprüft sind, steht unter /api/health.

3 · Spieler deiner Nation

Für jede Nation mit mindestens einem Spieler im Spiel wird ein eigener Wert gerechnet. Welchen davon du siehst, entscheidest du in den Einstellungen.

Ein Spieler zählt ab 10 Minuten, voll ab 24. Jeder gewichtete Spieler bringt 40 Punkte. Dazu kommen bis zu 30 Punkte, wenn der beste Spieler dieser Nation eine starke Partie hatte – gemessen am Game Score, von 8 (kein Zuschlag) bis 28 (voller Zuschlag).

Eine Nation wird auch dann aufgeführt, wenn ihr Wert 0 ist. Sonst ließe sich „niemand hat gespielt" nicht von „niemand hat lange genug gespielt" unterscheiden.

4 · Ausnahmeleistungen

Hat jemand etwas Außergewöhnliches gemacht? Grundlage ist der Hollinger Game Score der besten Einzelleistung des Spiels. 15 Punkte Game Score ergeben 0, 25 ergeben 40, 35 ergeben 75, 45 ergeben 100 – dazwischen linear.

Darauf kommen Zuschläge für Marken, die man sich merkt: Triple-Double 10, Quadruple-Double 40, 40 Punkte 8, 50 Punkte 18, 60 Punkte 30, 20 Assists 12, 20 Rebounds 10, acht Dreier 8, Karrierebestwert 6. Der Gesamtwert bleibt bei 100 gedeckelt.

5 · Spannung und Flow

War es eng? Diese Kategorie entsteht aus dem Spielverlauf: Endabstand, Führungswechsel, Zeitanteil mit höchstens fünf Punkten Unterschied, die letzten fünf Minuten, Verlängerung, Comeback-Größe und der Verlauf der Siegwahrscheinlichkeit. Ein Fünftel macht aus, wie gut gespielt wurde – Trefferquote, Ballverluste, Tempo.

Ein Spiel, das mit 25 oder mehr Punkten Unterschied endet und kein Comeback enthielt, ist ein Blowout. Dann ist bei dieser Kategorie bei 25 Schluss – und beim Gesamtscore ebenfalls. Ohne diese zweite Regel hebt reine Starpower ein früh entschiedenes Spiel über ein enges; genau das haben wir im Rückblick auf 200 Spiele beobachtet.

Diese Kategorie ist der Grund für den Spoiler-Schutz. Sie verrät, wie das Spiel ausging.

Spoiler-Schutz

Die Seite soll dir bei der Auswahl helfen, ohne dir das Spiel zu verderben. Deshalb ist die Trennung keine Anzeigeoption, sondern in die Technik eingebaut.

Sofort sichtbar sind Teamqualität, Stars, Nation und Ausnahmeleistungen sowie ein Gesamtscore, der ohne die Spannung gerechnet ist. Erst nach einem Klick kommen Spannung und Flow, der Endstand und die Highlights. Es sind zwei getrennte Schalter, weil beide Unterschiedliches verraten.

Die Schnittstelle, die die Seite beim Laden abruft, kennt diese Werte gar nicht. Sie liegen hinter einem eigenen Aufruf, der erst nach deinem Klick passiert. Ein Test prüft bei jedem Build, dass im ausgelieferten HTML kein Team, kein Endstand und kein Spannungswert steht.

Eine Ausnahme muss man kennen: Die Blowout-Warnung verrät, dass ein Spiel früh entschieden war. Sie ist abschaltbar.

Vorschau

Für die kommende Nacht gibt es nur drei Kategorien: Teamqualität aus der aktuellen Tabelle, erwartete Stars aus dem Verletzungsbericht und erwartete Spieler deiner Nation. Spannung und Ausnahmeleistungen setzen ein gespieltes Spiel voraus.

Erwartete Werte sind systematisch kleiner als die von danach, weil der Zuschlag für starke Leistungen erst hinterher entsteht. Aus „71 erwartet" können am nächsten Morgen 85 werden. Das ist kein Widerspruch, sondern dieselbe Zahl zu zwei Zeitpunkten.

Ist ein Kader noch nicht bekannt – zu Saisonbeginn hat nicht jedes Team gespielt –, steht bei den Stars ein Strich statt einer Null. Eine Null würde behaupten, dort spielten keine Stars.

Woher die Daten kommen

Aus öffentlich erreichbaren Endpunkten von ESPN, mit cdn.nba.com als Rückfallebene. Beide sind inoffiziell und können sich ändern; jede Antwort wird vor der Verarbeitung gegen ein Schema geprüft, damit eine Änderung auffällt statt still falsche Zahlen zu erzeugen.

Die Spiele einer Nacht trudeln über mehrere Stunden ein. Im Footer steht, wann zuletzt Daten geholt wurden. Fehlt noch etwas, sagt die Seite das.

Was der Score nicht kann

Er misst keine Qualität im sportlichen Sinn und keinen Spaß. Er misst Merkmale, von denen wir annehmen, dass sie mit Unterhaltung zusammenhängen. Ein 0:0-Abtasten zweier Spitzenteams bekommt eine hohe Teamqualität und trotzdem niedrige Spannung.

Die Konstanten auf dieser Seite sind kalibriert, nicht bewiesen. Sie stammen aus einem Rückblick auf rund 200 Spiele der Vorsaison, bei dem Top- und Flop-Listen von Hand geprüft wurden. Wenn dir ein Score falsch vorkommt, liegt das vermutlich nicht an einem Rechenfehler, sondern an einer Gewichtung, über die man streiten kann.